Hybridarbeit reduziert die Fluktuationsrate um ein Drittel

Einer neuen Studie (durchgeführt u.a. von Nicholas Bloom, Stanford University) zufolge hat die hybride Arbeitsform die Fluktuationsrate in einem großen Technologieunternehmen um ganze 35% gesenkt. Zudem wurde die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeitenden verbessert, was jedoch keinerlei negative Auswirkungen auf die Leistungsbewertung oder Beförderung hatte.

Während der Pandemie kam es zu einer explosionsartigen Zunahme der Fernarbeit, wodurch viele Unternehmen hybride Arbeitsformen für ihre Mitarbeitenden eingeführt haben. Die Mitarbeitenden verbringen in der Regel 2-3 Tage pro Woche im Büro und arbeiteten die restliche Zeit von zu Hause. Dadurch können sie die Aufgaben, die sie besser persönlich erledigen, von denen, die sie am besten individuell erledigen, trennen.

Werfen wir einen Blick auf die Arbeitslosenquote, sehen wir, dass sich diese dem niedrigsten Stand seit 5 Jahrzehnten nähert. Dies lässt auch die schärfsten Kritiker der Heimarbeit ins Grübeln kommen und ihre Haltung ändern, um Talente zu gewinnen und langfristig ans Unternehmen zu binden.

Eine randomisierte Kontrollstudie (durchgeführt u.a. von Bloom und Ruobing Han, Stanford University und James Liang) mit 1.612 Ingenieuren, Marketing- und Finanzmitarbeitenden wurde 2021/2022 bei dem weltweit agierenden Reisebüro Trip.com durchgeführt. Mitarbeitende, die an einem ungeraden Datum geboren wurden (z.B. 3. Juni) erhielten die Möglichkeit, mittwochs und freitags von zu Hause aus zu arbeiten, während die anderen Mitarbeitenden im Büro arbeiteten. Nach der Studie führte Trip.com dann die Hybridarbeit für das gesamte Unternehmen ein.

Die Studie, welche vom National Bureau of Economics herausgegeben wurde zeigt nicht nur, dass sich die Fluktuation stark verringert hat, sondern auch, wie hybride Arbeitsformen die Arbeitszeiten und Arbeitsgewohnheiten verändern. So arbeiteten die Beschäftigten weniger Stunden an Tagen mit Fernarbeit, jedoch mehr Stunden an anderen Tagen, auch am Wochenende. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Beschäftigten an Heimarbeitstagen etwa 80 Minuten weniger, an anderen Arbeitstagen und am Wochenende jedoch ca. 30 Minuten mehr arbeiteten. Außerdem nutzten die Mitarbeitenden, welche von zu Hause aus arbeiten, vermehrt individuelle Nachrichten und Gruppen-Videoanrufe, auch wenn sie im Büro waren.

Es zeigten sich insgesamt keine Auswirkungen der Heimarbeit auf Leistungsbeurteilungen oder Beförderungen, auch nicht auf einzelne Untergruppen. Mitarbeitende, welche die Möglichkeit hatten, von zu Hause aus zu arbeiten, berichteten über eine leicht gestiegene Produktivität. Auch die Zahl der von dieser Personengruppe geschriebenen Codezeilen (ein Maß für die Produktivität von IT-Ingenieuren) stieg im Vergleich zu den Mitarbeitenden im Büro um ca. 8%.

Insgesamt zeigt dies, dass Hybrid-WFH häufig sowohl für Mitarbeitende, als auch für die Unternehmen von Vorteil ist, jedoch im Vorfeld meist unterschätzt wird.

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*Quelle: Bloomberg 

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