Krankentage in Bayern steigen stark: Was HR jetzt aus den neuen Zahlen lernen muss

Deutschlandkarte mit regionalen Krankentagen 2024; zeigt starke Unterschiede zwischen Landkreisen, von Starnberg mit wenigen Fehlzeiten bis Herne mit den meisten.

Krankentage in Bayern steigen: Was HR jetzt wissen muss, denn die Zahl der Krankentage in Bayern ist so hoch wie lange nicht – und die Region zeigt extreme Unterschiede. Eine exklusive Auswertung des BR gemeinsam mit den Betriebskrankenkassen (BKK) zeigt, wie ungleich Gesundheit verteilt ist und welche Krankheiten besonders häufig zu langen Ausfallzeiten führen.

Für Arbeitgeber und HR ist klar: Gesundheitsprävention wird zur Führungsaufgabe – vor Ort genauso wie im Homeoffice.

🗺️ 1. Riesige Unterschiede zwischen Bayerns Regionen

Die Analyse zeigt deutliche regionale Unterschiede:

  • Starnberg: 14,5 Krankheitstage – bundesweiter Bestwert
  • München & Ebersberg: ebenfalls unterdurchschnittlich
  • Kronach & Hof: über 26 Krankheitstage pro Jahr – fast doppelt so viel

Warum ist das so?
Laut Psychologe Hendrik Berth (Uni Dresden) spielen wirtschaftliche Stärke und Arbeitsbedingungen eine große Rolle:

  • Starke Regionen können bessere Arbeitsbedingungen finanzieren
  • Wettbewerb um Fachkräfte zwingt zu mehr Gesundheitsangeboten
  • Einkommen beeinflusst Zugang zu Sport & Prävention

Gesundheit ist also klar sozial und strukturell ungleich verteilt.

🦠 2. Atemwegserkrankungen schießen nach oben

Der starke Anstieg seit 2021 hat mehrere Gründe:

📌 Atemwegserkrankungen machten 2024 in Bayern knapp 20 % aller Krankentage aus.

Laut BKK und ZI waren für die zusätzlichen Krankheitsfälle 2022–2023 verantwortlich:

  • 58 %: akute Atemwegsinfektionen (2022)
  • 41 %: Atemwegsinfektionen (2023)

Corona, Grippewellen und die höhere Grundbelastung spielen hier zusammen.

💼 3. Reinigung, Logistik, Verkehr: Wer besonders oft ausfällt

Einige Berufsgruppen melden sich deutlich häufiger krank:

  • Reinigungsberufe: über 1 Monat Ausfall im Jahr
  • Logistik, Verkehr, Fertigung: überdurchschnittlich hohe Krankentage
  • Ursachen: vor allem Muskel-Skelett-Erkrankungen (Rücken, Gelenke)

Im Vergleich dazu sind Beschäftigte in:

  • Unternehmensführung
  • IT
  • Forschung / Naturwissenschaft

deutlich seltener arbeitsunfähig.

🧠 4. Psychische Belastungen steigen weiter – und verstärken andere Erkrankungen

Der BR zitiert Infektiologe Leif Erik Sander (Charité):

Denn, wenn psychische Belastung hoch ist, führt ein Atemwegsinfekt viel schneller zur Arbeitsunfähigkeit. Das deckt sich mit bundesweiten Trends:

  • Psychische Erkrankungen steigen seit Jahren kontinuierlich
  • Sie sind einer der Haupttreiber langer Ausfallzeiten
  • Schnitt pro Fall: oft mehrere Wochen statt Tage

Für HR heißt das:
Mentale Gesundheit ist kein Soft-Thema mehr, sondern betriebswirtschaftlich relevant.

🩻 5. Muskel-Skelett-Erkrankungen bleiben Spitzenreiter

Rückenschmerzen, Bandscheibenprobleme und Arthrose verursachen in Bayern weiterhin besonders viele Krankheitstage.

Gefährdende Faktoren:

  • körperliche Arbeit
  • schlechte oder fehlende Ergonomie
  • unpassende Arbeitsplatzausstattung
  • monotone Belastungen

Überdies kommt im Homeoffice ein weiterer: Improvisierte Arbeitsplätze ohne professionelle Ausstattung.

⚙️ 6. Eine technische Neuerung treibt die Zahlen zusätzlich nach oben: eAU

Seit 2021 erfolgt die AU-Übermittlung digital – direkt von der Arztpraxis an die Krankenkasse.

Das führt dazu, dass:

  • Krankmeldungen vollständiger erfasst werden
  • die „Dunkelziffer“ sinkt
  • statistisch mehr Kranktage auftauchen, obwohl nicht zwingend mehr Menschen krank sind

Den reinen Anstieg erklärt das aber laut BKK nur zu einem kleinen Teil.

🎯 7. BKK: Führungskräfte entscheiden über Gesundheit – im Wortsinne

BKK-Vorständin Anne-Kathrin Klemm sagt:

„Wir können teilweise nachvollziehen, wenn eine Führungskraft die Abteilung wechselt – und die AU-Zahlen wandern mit.“

Das bedeutet:

  • Führung beeinflusst Fehlzeiten direkt
  • Schlechte Führung = mehr Kranktage
  • Gute Führung = gesündere Teams

Sodass wird klar: Gesundheit ist eine Kulturfrage.

🧩 Was bedeutet das für Arbeitgeber & HR – und wo liegt die größte Verantwortung?

Aus der Analyse ergeben sich fünf klare Handlungsfelder:

1️⃣ Prävention und Gesundheitsförderung professionalisieren

  • Betriebliche Gesundheitsprogramme
  • ergonomische Arbeitsplätze (im Büro & Homeoffice)
  • Rücken- und Bewegungskurse
  • Vorbeugung psychischer Belastungen

2️⃣ Führungskräfte konsequent schulen

  • Leadership wirkt direkt auf Kranktage
  • Kommunikation, Belastungssteuerung, Feedback
  • Sensibilisierung für mentale Gesundheit

3️⃣ Homeoffice als Risikoraum endlich ernst nehmen

Die BR-Auswertung zeigt:
Ergonomie & Umfeld spielen eine zentrale Rolle bei Muskel-Skelett- und psychischen Erkrankungen.

Viele Unternehmen haben aber keine:

  • Gefährdungsbeurteilung fürs Homeoffice
  • ergonomische Grundausstattung
  • transparente Dokumentation

Mit professionellen Homeoffice-Lösungen wie onyo lassen sich diese Risiken systematisch reduzieren.

4️⃣ Belastete Branchen gezielt unterstützen

Reinigung, Logistik und Fertigung sind deutlich stärker betroffen.
Das heißt:

  • körpergerechte Arbeitsmittel
  • Pausen & Regeneration
  • Rückenprogramme
  • langfristige Gesundheitsstrategie

5️⃣ Datenanalyse nutzen, um Muster zu erkennen

Moderne HR-Teams sollten:

  • Fehlzeiten regelmäßig clustern
  • Ursachen statt Symptome betrachten
  • Einfluss von Führung & Arbeitsumgebung prüfen
  • gezielt Prävention einführen

🏁 Fazit: Steigende Krankentage sind Warnsignal – aber auch Chance

Die Zahlen aus Bayern zeigen glasklar:

  • Gesundheit ist regional ungleich
  • Belastungen steigen
  • psychische Erkrankungen verstärken Ausfälle
  • Führung und Arbeitsbedingungen sind zentrale Faktoren

Unternehmen, die jetzt handeln, sichern sich Vorteile:

✔ gesunde, leistungsfähige Mitarbeitende
✔ geringere Fehlzeiten
✔ höhere Arbeitgeberattraktivität
✔ weniger Risiko im Homeoffice
✔ bessere Bindung in stark umkämpften Arbeitsmärkten

Mit durchdachten, ergonomischen und rechtskonformen Lösungen wie onyo Homeoffice-as-a-Service können Organisationen schon heute die entscheidenden Weichen stellen.

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