Falsche Incentives, wichtige Erkenntnis – Warum „Pass‑Homeoffice“ das wahre Bedürfnis nach Remote‑Work offenlegt

Stapel burgunderroter Reisepässe neben Schild „8 Pässe = 1 Homeoffice-Tag“, im Hintergrund Mitarbeiter im Remote-Call.

Einleitung

Ein aktueller Focus‑Artikel sorgt für Schlagzeilen: „Wer genug einbürgert, darf ins Homeoffice“ – ein Berliner Insider spricht gar von „Pass‑Zwang“.(focus.de)

Was zunächst wie eine Behörden‑Farce klingt, offenbart zwei zentrale Punkte:

  1. Falsche Incentivierung – Homeoffice wird als Belohnung für hohe Einbürgerungszahlen missbraucht.
  2. Hohes Mitarbeiter‑Bedürfnis – Die Regel funktioniert offenbar, weil Remote‑Work eine begehrte Arbeitsbedingung ist.

Dieser Beitrag ordnet die Meldung ein, zeigt die Gefahren solcher Mechanismen – und liefert HR‑Teams konkrete Handlungsempfehlungen, um Remote‑Work richtig umzusetzen.

1. Was der Focus berichtet

„Jeder Beschäftigte [...] muss acht Einbürgerungen pro Woche leisten. Im Gegenzug sei dann auch Homeoffice möglich.

  • 40.000 neue Pässe: Das Berliner Landesamt für Einwanderung (LEA) will 2025 seine Einbürgerungen fast verdoppeln.(focus.de)
  • Druck auf Mitarbeitende: Ein Insider spricht von „hohen Zahlen produzieren“ unter Zeitdruck.(focus.de)
  • Gegenleistung Homeoffice: Erst wenn das wöchentliche Pensum geschafft ist, dürfen Beschäftigte remote arbeiten.
Stapel burgunderroter Reisepässe neben Schild „8 Pässe = 1 Homeoffice-Tag“, im Hintergrund Mitarbeiter im Remote-Call.
Ein Blick ins Berliner LEA: Wer acht Einbürgerungen pro Woche schafft, darf ins Homeoffice – fragwürdige Praxis mit Signalwirkung.

1.1 Warum das problematisch ist

AspektRisiko
EthikVerknüpft Freiheitsrecht (Arbeitsort) mit politisch sensiblen KPI.
ComplianceGefahr von Fehlanreizen → übereilte oder fehlerhafte Einbürgerungen.
KulturHomeoffice wird als Gnade statt als modernes Arbeitsmodell kommuniziert.

2. Was die Story trotzdem beweist: Homeoffice ist Gold wert

Die beklagte Praxis wäre wirkungslos, wenn Homeoffice Mitarbeitenden egal wäre. Das Gegenteil ist der Fall:

  • Flexible Arbeit wirkt wie ein 8 % Gehaltsaufschlag und senkt Kündigungen um 35  %.(businessinsider.com)
  • 40 % der Beschäftigten würden einen Lohnverzicht von ≥ 5 % akzeptieren, um dauerhaft remote zu bleiben.(library.hbs.edu)
  • 62 % sind sogar bereit, 10 % weniger Gehalt zu beziehen, wenn sie von zu Hause arbeiten dürfen.(velocityglobal.com)

Take‑away: Wer den Zugriff auf Homeoffice kontrolliert, steuert Motivation – im Guten wie im Schlechten.

3. Richtige statt falscher Anreize: Handlungsempfehlungen für HR

SchrittWas zu tun istNutzen
Remote‑First‑PolicyArbeitsortwahl standardmäßig freigeben; Präsenz nur bei klar begründetem Bedarf.Fairness, Vertrauen, Produktivität.
Output‑basiertes Performance‑SystemZiele über OKRs messen, nicht über Büropräsenz.Reduziert Mikro‑Management.
Ergonomische AusstattungÜber onyo Homeoffice‑as‑a‑Service Stühle, Monitore & Licht rechtssicher bereitstellen.Gesundheit, Arbeitsschutz.
Transparente KPIsVerknüpfen Sie Boni mit Ergebnis‑KPIs, nicht mit politisch sensiblen Quoten.Ethik & Compliance.
Kultur & VertrauenRegelmäßige Retro‑Meetings, Psychological Safety fördern.Engagement, Innovationskraft.

4. Fazit

Der Berliner „Pass‑Homeoffice“‑Deal ist ein Paradebeispiel für schlechte Incentivierung – doch er macht ungewollt deutlich, wie wertvoll Remote‑Work für Beschäftigte ist. Statt Homeoffice als Belohnung für zweifelhafte Zielvorgaben einzusetzen, sollten Unternehmen es strategisch, gerecht und gesund gestalten. Wer jetzt handelt, gewinnt Loyalität, Produktivität und Kostenersparnis.


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